Es war an einem Freitagnachmittag. Ich wollte jemanden besuchen. Dafür wählte ich den Zug. Also ging ich zum Bahnsteig und stieg in den Zug. Der Zug fuhr pünktlich ab. Nach einer Weile kamen wir in München Ost an. Viele Leute stiegen ein, auch eine Person, die sich zu mir auf die 3er Sitzgruppe setzte. Mit einer Flasche Bier in der Hand setzte er sich mir gegenüber und fragte mich auf Englisch, ob ich Deutsch spreche. Ich antwortete auf Englisch mit Yes. Er sagte noch etwas auf Englisch und widmete sich dann seinem Handy und dem Bier. Dann rief er einen Arzt, einen Bekannten und seine Mutter an. Der er dutzende Male sagte, dass sie für den Anruf nichts bezahlen müsse. Inzwischen sind wir am Bahnhof Dorfen angekommen. Er fragt mich etwas auf Deutsch und ist etwas überrascht, dass ich ihn sehr gut verstehe. Dann hat er mich nach meinem Namen gefragt. Etwas später erzählte er mir, dass er aus der Kurpfalz kommt und viele Jahre staatenlos war. Dann sei ihm der Allmächtige erschienen (worauf er bitterlich zu weinen begann) und er sei nach Nicaragua ausgewandert. Dort hätte ihm der Präsident live im Fernsehen den Pass Nr. 1 überreicht. Auf die Frage, ob er das beweisen könne, antwortete er nur: „Muss ich nicht. Die Bahnmitarbeiterin kam wegen der Fahrkarten vorbei. Er gab ihr die Fahrkarte und telefonierte währenddessen. Offensichtlich war er etwas genervt von der Kontrolle, woraufhin sich die Bahnmitarbeiterin halbherzig entschuldigte, während sie die anderen Personen kontrollierte. Außerdem bat er mich, einen Satz nachzusprechen. Im Sinne von Gott ist allmächtig, gesegnet sei XY. Am Ende hatte ich 10 Wünsche. Nachdem wir kurz vor dem Zielbahnhof waren, hat er dann die Abiturgruppe angesprochen und fast belästigt. Am Bahnhof habe ich ihn dann nicht mehr gesehen.

Fun Fact: Ich habe die Person eine Woche später auf der Innkanalbrücke telefonieren sehen.